Überblick

01_Einfuehrung.jpgDie Handwerks- und Industriegeschichte von Zella St. Blasii und Mehlis wurde von jeher maßgeblich durch die Waffenherstellung bestimmt. Schon Mitte des 19. Jh. stellte man in Mehlis Glocken (Tisch-, Tür-, Korridor- und Fahrradglocken) her und exportierte diese bald weltweit. Im Jahre 1878 gründete Heinrich Ehrhardt in Zella St. Blasii ein Maschinenbau-Unternehmen und produzierte u.a. Kaltsägen in Abmessungen, die bis hin zur Verarbeitung von Panzerplatten einsetzbar waren. In seinem Betrieb entstand auch ein Verfahren zur Herstellung von nahtlosen Rohren, auf dessen Basis noch heute produziert wird.

Als regionaler Vorreiter der Branche begann man 1894 mit der Herstellung von Fahrrädern. Darauf basierend entwickelte sich die Fahrrad-, Motorrad- und Autoteilefertigung zu Beginn des 20. Jh. zum industriellen Schwerpunkt.

Im Jahr 1908 siedelte sich aus Berlin kommend mit den Mercedes-Werken auch die Fertigung von Büromaschinen an und entwickelte sich hier zum bedeutendsten Hersteller Europas.

Überdies entwickelte und fertigte man Haushalts-, Büro- und Elektrogeräte, medizinische und labortechnische Apparate. Aufgrund der sich ständig erweiternden Metallverarbeitung entstand ein bedeutender Bedarf an Metall-Spannwerkzeugen (Spannzangen, Bohr- und Drehfutter), Werkzeugen für die Metallbearbeitung (Fräser, Sägen, Gewinde- und Räumwerkzeuge), die vor Ort hergestellt wurden. Darüber hinaus produzierte man mechanische Baugruppen (z.B. Kugel- u. Kardangelenke) sowie Lehren, Mess-, Prüf- und Reißwerkzeuge. Nahezu eine Monopolstellung besaß Zella-Mehlis bei der Herstellung von Karabiner-haken und Stimmgabeln.

Der Ruf unserer Stadt als metallverarbeitender Industriestandort wurde durch ein-heimische Industrielle weit über die Region hinaus getragen, so z.B. durch Heinrich Ehrhardt mit seinen Gründungen Rheinmetall in Düsseldorf und Sömmerda und der Fahrzeugfabrik in Eisenach, Johann Friedrich Klett (MAN) sowie der berühmten Carl Walther Waffenfabrik.

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