Eisen- und Stahlkurzwaren

04_Kurzwaren.jpgUnter diesem Begriff lassen sich metallische, z.T. auch mit anderen Werkstoffen kombinierte, für spezielle Anwendungszwecke hergestellte und wegen des geringen Materialeinsatzes für den Export prädestinierte Werkzeuge bzw. Geräte zusammenfassen. Solche Erzeugnisse wurden hier in einer großen Vielfalt hergestellt und bis ins 19. Jh. meist in den Schmalkalder Raum geliefert, von wo aus sie unter dem Sammelbegriff „Schmalkalder Artikel“ in alle Welt gelangten.

Mitte des 19. Jh. gründeten sich dann einheimische Unter-nehmen, die sich dem Handel widmeten. Diese sogenannten Grossisten warben mittels aufwendig gestalteter Musterbücher, unterhielten eigene Musterlager, nahmen Kundenbestellungen an, vergaben Aufträge an Handwerker und expedierten die fertige Ware.

Ein hoher Anteil an Schmiedearbeit prägte die handwerkliche Fertigung der Produkte. Alle so erzeugten Einzelteile wurden dann in puncto Oberfläche und Maßhaltigkeit bearbeitet und gefügt. Zu Beginn des 20. Jh. ging man immer mehr zur mechanischen Fertigung über. Wurden die Maschinen bis dahin noch durch Wasserkraft betrieben, setzte sich nun allmählich die Nutzung der Elektroenergie durch. Mit dem Anschluss an das örtliche Stromnetz über-trug ein Werkstattmotor die Antriebsenergie per Flachriemen über Transmissionswellen auf die einzelnen Maschinen.

Während im 19. Jh. noch eine sehr weit gefächerte Warenpalette erzeugt und in verschiedene Regionen Europas und nach Übersee vertrieben wurde, setzte sich zu Beginn des 20. Jh. eine nach Produkt-sparten gegliederte Spezialisierung durch.

Der steigende Bedarf an Fahrrad- u. Motorradteilen bestimmte bald einen neuen Fertigungsschwerpunkt, der nun für Jahrzehnte zur Hauptbranche der örtlichen Kleinindustrie wurde.

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