Rückblicke

Im Stadtmuseum in der Beschußanstalt haben wir zum Internationalen Museumstag jährlich um die 150 Besucher gezählt, wobei alle Generationen vertreten waren.

 

Den Besuchern wurde sowohl im Bereich des Stadtmuseums als auch hinter dem Haus und im Museumskeller ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Im Vereinsbereich (Keller und „Hinterhof“) des Stadtmuseums wuselten die Mitglieder des Geschichts- und Museumsvereins wie die Bienchen herum, um alle Gäste mit Bratwürsten, Kuchen, Kaffee und allerlei weiteren Getränken zu versorgen.

 

Im Bereich der Büchsenmacherwerkstatt zeigten den ganzen Tag über angehende Graveure der Berufsfachschule für Büchsenmacher und Graveure in Suhl ihr Können und gaben damit Einblick in ihr Handwerk, welches in der Geschichte von Zella-Mehlis von großer Bedeutung war und ist.

 

Eine Premiere für Kinder und ihre Angehörigen gab es am Museumstag im Jahr 2017 – bei einer kleinen Museumsrallye können sie seit dem gemeinsam mit Burni, dem ältesten Artefakt des Museums, auf Entdeckungsreise durch die Ausstellung gehen und am Ende sogar einen Preis gewinnen.

 

Wer schon immer mal wissen wollte, was die Museumsmitarbeiter eigentlich machen, wenn keine Besucher im Haus sind bzw. was alles auch abseits der Ausstellungen zur Museumsarbeit dazugehört, der war herzlich eingeladen zu einer Führung hinter die Kulissen des Stadtmuseums in der Beschußanstalt. Diese Sonderführungen werden nur an speziellen Tagen im Jahr angeboten und wir konnten stets eine rege Beteiligung verzeichnen. Am Internationalem Museumstag wurden beide Termine, einer vormittags und einer nachmittags, sehr gut angenommen und wir haben viele staunende Gesichter und am Ende glückliche Besucher gesehen.

 

Im Außengelände der Beschußanstalt hatte so mancher an diesem Tag im Stadtjubiläumsjahr 2019 gleich zwei Überraschungen bemerkt.

Hinter dem Haus hatten die Funkamateure des Ortsverbandes X31 Suhl/ Zella-Mehlis des DARC e.V. ihre große Funkantenne aufgestellt und versuchten den ganzen Tag über Funkverbindungen herzustellen. Anlässlich 100 Jahre Zella-Mehlis funkte der Verein nämlich mit dem Sonderfunkzeichen DM100ZM. Die Funker freuten sich an diesem Tag über mehr als 50 deutschlandweite Funkverbindungen.

Auch vor der Beschußanstalt gab es eine kleine große Überraschung zu bestaunen. Dort steht als neuer Blickfang nämlich ein, von Mitgliedern des Museumsvereins gesponsertes, überdimensional großes Hochrad auf der Wiese und lockt Besucher als Fotomotiv. Bereits zu Zeiten des alten Heimatmuseums auf dem Mehliser Markt wurde als Zeichen der Öffnung des Museums ein Hochrad vor die Tür geschoben. Diese schöne alte Tradition, passend zur Industriegeschichte von Zella-Mehlis, aufleben lassend, weist nun das neue, fest installierte Rad auf das Stadtmuseum hin. Das alte Hochrad von damals hat übrigens seinen festen Platz im Depot des Stadtmuseums bekommen.

 
 

Ein weiteres Highlight in 2019 war die Übergabe einer Jagdwaffe der ehemals in Zella-Mehlis ansässigen Firma Ernst-Friedrich-Büchel-Gewehrfabrik durch Jens Ziegenhahn, Inhaber der Zella-Mehliser Firma Ziegenhahn & Sohn Jagdwaffen, an das Stadtmuseum in der Beschußanstalt. Der vormalige Besitzer der historischen Waffe, ein langjähriger Kunde der Firma Ziegenhahn & Sohn, wollte, dass sie an ihren Ursprungsort zurückkehrt. Zu diesem Anlass ließen es sich auch die beiden Bürgermeister von Suhl und Zella-Mehlis, Herr Knapp und Herr Rossel, nicht nehmen vorbeizuschauen.

Sonderausstellungen

Plakat„Purer Frohsinn“ lautet der Titel der Foto-Collagen-Ausstellung von Annette Mann aus Themar im Stadtmuseum in der Beschußanstalt, die seit September 2020 im Stadtmuseum zu sehen ist.

Erinnerungsmuster zu einem neuen Ganzen arrangieren ist die Idee zu den Collagen. Um die 60 bis 100 Fotos, die inhaltliche oder farbliche Gemeinsamkeiten haben, hat Annette Mann digital zusammengebracht. Und das zehnmal auf einer Fläche von einem mal einem Meter!

Für Ausstellungen wurden die Collagen als Fotokunstdruck auf Trägerplatten kaschiert und mit Acrylglas abgedeckt. Ausstellungsbesucher lassen sich gern von den Collagen inspirieren. Neben dem Gesamteindruck animieren die vielen Fotoausschnitte zum Erkunden der Details. Und was gibt es da nicht alles zu entdecken!

Auf ihren fotografischen Entdeckungsreisen hat Frau Mann bewegende, stille, bunte, strukturreiche, manchmal auch skurrile und witzige Motive entdeckt und mit einer kleinen Reisekamera festgehalten. Wichtig ist der Moment, die Entdeckung, sind es die kleinen Geschichten hinter den Bildern, die zum Fotografieren reizen. „Die Collage ist für mich ein wunderbares Mittel, ein neues Ganzes zu schaffen.“ meint sie und viele dieser kleinen Ausschnitte fügen sich zu einem großformatigen Ganzen – purer Frohsinn.

Annette MannDie Fotografie interessiert Annette Mann seit früher Jugend. Lange fotografierte sie mit einer MTL5-Spiegelreflexkamera mit verschiedenen Objektiven. 2007 erwarb sie eine kleine, handliche Digital-Kompaktkamera, die sie seitdem begleitet. „Es sind die besonderen Details, Widersprüche zwischen Modern und Alt, Handwerkskunst am Bau …, die mich reizen, sie festzuhalten.“, erzählt sie. 2017 begann sie das so entstandene Reise-Bilderarchiv auf neue Weise zu ordnen und in einem ständigen Prozess entstanden in den letzten Jahren zehn großformatige Collagen, die nun als Ausstellung im Stadtmuseum in Zella-Mehlis gezeigt werden

Karl-Heinz BockDas Alles ginge nicht ohne ihren Lebensgefährten, Karl-Heinz Bock. Dazu bemerkt er: „Durch meinen beruflichen Umgang mit Fotobearbeitungs-, Grafik- und Layoutprogrammen war schnell klar, welchen Part ich beim Projekt ‚Collagen‘ übernehmen würde.“ Er kümmerte sich um die endgültige, millimetergenaue Ausrichtung der arrangierten Fotos auf jeder Collage, gab Tipps zur Bildbearbeitung und übernahm die Konfektionierung der Druckdaten.

 

 

Die sehr erfolgreiche Sonderausstellung zum Leben und Werk von Helmut König endete im September 2020. Die Ausstellung hat uns kleinem Museumsteam viel Mühe bereitet. Wir fänden es schade, wenn diese nun im Depot verschwände. Damit Sie diese Ausstellung auch weiterhin besuchen können, haben wir die Inhalte in einer Internetpräsentation verfügbar gemacht.

 

SonderausstellungSeit mehr als 250 Jahren liefern hervorragende Graveure, Medailleure und Stempelschneider aus der Gegend um Zella-Mehlis und Suhl Arbeiten mit höchster künstlerischer und handwerklicher Qualität in alle Welt. Hier reiht sich Helmut König (1934 – 2017) mit seinen weit über 2000 von ihm geschaffenen und einzigartigen Medaillen nahtlos ein. Mit Talent und Fleiß entfaltete Helmut König in seiner beruflichen Betätigung einen einzigartigen klar erkennbaren Stil und schuf Medaillen mit feinsten, detailgetreuen Darstellungen durch hohe Reliefs in unterschiedlichsten Metallen und Legierungen. Von Beginn an machten die besondere Qualität und Schönheit seiner Medaillen viele Numismatiker zu begeisterten Sammlern seiner Werke. Das macht ihn zu einem in Literatur und Sammlerkreisen nicht wegzudenkenden Künstler.

Hier gibt's die Sonderausstellung im Internet